Jahresabschlussbericht 2018 bis einschließlich Januar 2019

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder die drei wichtigsten Aspekte der Betreuertätigkeit nach Gewichtung in der Betreuung beleuchten. Hierbei ist zu beachten, dass durch die offizielle Beendigung des Projektes im Juli 2018 die Stundenanzahl von 40 auf 10 reduziert wurde. Auch die Auswirkung auf die Betreuung wird hierbei betrachtet und ausgewertet.

  • Netzwerkarbeit
  • pädagogische Begleitung
  • Instandhaltung der Fläche

Abschließend wollen wir unseren Blick in die Zukunft, auf das Jahr 2020, und damit auf die weitere Entwicklung des Naturerfahrungsraumes richten.

 

Netzwerkarbeit ca. 50%

Mit ca. 50 % nimmt die Netzwerkarbeit nach wie vor einen großen Teil der Arbeit eines Kümmerers ein. Diese gliedert sich in folgende fünf Bereiche auf:

  • Aufbauen des Erstkontaktes mit Institutionen, Eltern und Kindern;
  • Vorbereitung netzwerkrelevanter Aktionen;
  • Informieren vor Ort und in den Institutionen;
  • generelle Präsenz im Stadtteil zeigen;
  • Erinnern/Dranbleiben an den Besuchern und Interessenten;
  • Netzwerken mit Kollegen vor Ort, dem Träger und den Projektbeteiligten, wie z.B. der                HNE Eberswalde.

 

Einige Veranstaltungen im Stadtteil entwickelten sich für uns zu einer guten, kontinuierlichen Möglichkeit, präsent zu bleiben und mit vielen Besuchern in Kontakt zu treten. So beteiligten wir uns regelmäßig an Stadtteilfesten, wie dem „Bucher Weihnachtsmarkt“, dem „Panke Platzfest“ des Bucher Bildungsverbundes, dem „HoWoGe-Fest“, dem „RAKATAK“ Stadtteilfest, dem „Welt Spiele Tag“ und dem „langen Tag der Stadtnatur“.  Einige neue und alte Kontakte konnten bei unseren Festen vor Ort geknüpft werden, so bei dem „Gauklerfest“, dem „Walpurgisfest“, der „Osterwoche“, der „Kinderweihnachtsfeier“ und dem „Matsch Moor“-Spektakel, gemeinsam mit dem Waldkindergarten „Waldkind“, dem Abenteuerspielplatz „Moorwiese“ und dem Kinderklub „Der Würfel“.

Gerade diese intensive Zusammenarbeit des Kollektivs mit den anderen Einrichtungen des Trägers gibt uns die Möglichkeit, so viel Präsenz im Stadtteil zu zeigen und dabei eine hohe soziale Qualität zu sichern.

Ein besonderer Erfolg für uns war dieses Jahr der Beginn einer engen Zusammenarbeit mit der Grundschule am Sandhaus. Durch die neuen, engagierten Sozialarbeiterinnen der Schule konnten wir erstmalig intensiv das Projekt in Elternversammlungen und Lehrerkonferenzen bewerben und damit feste Termine mit allen Klassen organisieren. Des Weiteren stellten wir fest, dass Kindertagestätten gerne unsere „Kooperationspartner“ werden, da dies auch für sie eine gute Werbung darstellt.

Wir beteiligten uns am Bildungsverbunds-Treffen in Buch und begannen gemeinsam mit Franziska Myck einen Workshop mit allen Einrichtungen der Bildung zur Nachhaltigen Entwicklung in Buch und den Bucher Forsten zu planen. Daraus erhoffen wir uns, uns noch mehr Wissen in diesem Bereich anzueignen zu können, die Aufmerksamkeit der Politik zu erregen und Multiplikatoren zu gewinnen.

Aufgrund unserer Feuerstelle wird unser Platz gerne für Kitaabschlussfeste und Kindergeburtstage genutzt. Neben der Achtung der Natur ist uns dabei wichtig, den Nutzern verständlich zu machen, dass dies ein öffentlicher Platz ist, dass der Ort also zu jeder Zeit auch von anderen Kindern bespielt werden darf. Ebenfalls wichtig ist uns die Beachtung der Freiwilligkeit der Angebote auf dem Platz, was bedeutet, dass die Kinder jederzeit, auch während der Angebote, in der Landschaft spielen dürfen.

In diesem Jahr nahmen wieder einige Erzieherklassen am Workshop „Wilde Welt, Natur spielerisch entdecken“ teil. Eine Naturpädagogin nutzte den Platz, um pädagogischen Fachkräften eine Fortbildung zum Thema „Naturerfahrungsmöglichkeiten in Berlin, Freispiel in der Natur“ näher zu bringen.

Medial engagierten wir uns mit Interviews für den „Bucher Boten“ und unterstützten in einem Workshop die Produktion des gemeinsamen Imagefilms der Stiftung Naturschutz Berlin.

Besonders bereichernd waren die „Kümmerertreffen“, die alle zwei Monate auf einer anderen der „Wilden Welten“ stattfinden. Hier wurden Erfahrungen in der Pflege der Werbestrategien, der Initialisierungsangebote für Kinder sowie von Fragen zur Pflege und Sicherheit der Fläche ausgetauscht.

 

Pädagogische Begleitung ca. 40%

Wie sich im vorigen Jahr herausgestellt hatte, lässt sich die Pädagogische Begleitung in folgende Komponenten aufteilen:

  • Aktionen auf der Fläche;
  • Neugierde und Spielfreude anregen:
  • Ansprechpartner vor Ort sein;
  • Partizipation;
  • Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Angebote.

Auch in diesen Jahr beteiligten sich wieder zahlreiche Gruppen an unseren partizipativen Angeboten, wie dem Weiterflechten der Zäune, der Lehmhügelpflege, dem Müll sammeln, dem Verbauen neuer Materialien, dem Sähen heimischer Samen aus der umliegenden Natur, der Sandkastenpflege oder der Benjeshecken-Befüllung. Auf Wunsch der Kinder wurde gemeinsam am Lehm-Pool weitergebaut. Auf der Platzversammlung des Abenteuerspielplatzes und im direkten Kontakt konnten die Kinder auch an den Festplanungen beteiligt werden. So entstand in der Vorbereitung zum Gauklerfest ein Glücksdrache unter Verwendung von Naturmaterialien, der den Festzug durch die Stadt anführte. Auch die Ideen des Abenteuerparcours stammen zum Teil aus den selbstentwickelten oder gewünschten Spielen der Kinder. Das regelmäßige Freitagsangebot, bei dem sich die Kinder jedes Mal in ein anderes Wunschtier verwandeln können, findet weiterhin statt. Auch gab es regelmäßigen Besuch von den Kindern aus den nahegelegenen Refugien.  Die Kinder bauten u.a. Schaukeln, Hindernisparcours, kleine Kunstwerke, Brücken, Raketen, Türme und Trollspielpätze sowie Tipis und Häuser. Dabei wurden verschiedene Tiere entdeckt. Neben einem etwas verwirrten Maulwurf erregten vor allem die zahlreichen Frösche besondere Aufmerksamkeit. Diese siedelten sich aufgrund der starken Trockenheit im Lehm-Pool und auf dem Platz an. Mit ihnen gingen die Kinder ganz besonders liebevolle Freundschaften ein, auch wenn der ein oder andere Frosch schon ganz schön das Fürchten lernen musste. Wir denken, dass diese Freundschaften jedoch für das Aneignen der natürlichen Umwelt und die damit verknüpften Emotionen für das weitere positive Verhältnis der Kinder zur Natur ausschlaggebend sind. Wir intervenierten bisweilen, indem wir dazu aufforderten, die Gefühle des Gegenübers zu achten und empathisch zu handeln.

Einige Gruppen betonten, dass es sie freute, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Wir merkten auch, dass im Gespräch mit den Eltern und Erziehern Ängste abgebaut werden konnten. Besonders überzeugend war das Argument, dass durch das vertrauensvolle Arbeiten Risikokompetenz und Selbstvertrauen gestärkt werden. Im Sommer wurde unser neues „Matsch Moor Spektakel“ hervorragend angenommen, einige Besucher wünschten sich sogar, dass es jedes Wochenende stattfinden möge. Hierbei wurden die Lehmberge geflutet und es wurde in verschiedenen Erd- und Lehmbecken geplantscht. Zusätzlich stellten wir zwei Wasserbecken zur Erfrischung und Reinigung auf, ermöglichten die Errichtung gemeinsamer Skulpturen und ließen den Wasserschlauch fließen. Im Winter wurde nach wie vor gerne die Feuerstelle genutzt. Im Projekt „Kinderstadt“ des Abenteuerspielplatzes, welches in Kooperation mit dem AWO-Refugium und der Kinderfreizeiteinrichtung „OC23“ stattfand und bei dem die Kinder in ihren Pausen unseren Raum wunderbar zum freien Spiel nutzten, konnten wir wieder einmal feststellen, wie gut sich der NER und der ASP Moorwiese ergänzen.

Des Weiteren nahmen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter anderem an einem Workshop zum Thema „Partizipation“ am „internationalen Kongress der Waldkindergärten“ teil.

 

Instandhaltung der Fläche ca. 10%

Entsprechend der Grundidee des Projektes gab es folgende Punkte zu beachten:

  • Besonderheiten der Fläche
  • Materialbeschaffung
  • Pflegemaßnahmen
  • regelmäßige visuelle Kontrollen

Einige der Pflegemaßnahmen zur Instandhaltung der Fläche, wie das Restaurieren des Flechtzaunes und das Sammeln des Mülls, wurde partizipativ mit den Kindern durchgeführt, sodass dadurch der Anteil zur Instandhaltung der Fläche gering erscheinen mag. Tatsächlich ist unsere Fläche verhältnismäßig pflegeleicht. Dies liegt nicht nur an dem großen Eingangstor, welches vor nächtlichen Randalen schützt, sondern auch an der unmittelbaren Nähe zu Abenteuerspielplatz und Kindergarten, weil dort die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufig präsent sind. Wir werden auch von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter unterstützt, der hin und wieder Müll sammelt.

An Material wurde weiterhin Weide und Grünschnitt benötigt. Außerdem wurde für unser „Matsch Moor“-Lehmspektakel ebenfalls frischer Lehm besorgt. Die Materialkosten finanzierten sich unter anderem durch Spenden. Besondere Sorgen machte uns die langanhaltende Trockenheit im Sommer: Einige Bäume erlitten Trockenschäden; und obwohl die Kinder aktiv mit der Bodenbewässerung beschäftigt waren, ließ sich leider nicht verhindern, dass vereinzelt kleine Sträucher vertrockneten und manche Rasenstellen sich nur schwer erholen konnten.

Auch dieses Jahr hatten wir das Glück, von der Stiftung „Gute Tat“ unterstützt zu werden. Sie half uns unter anderem bei der Restaurierung von Lehmbecken und Weidezaun sowie beim Befüllen der Benjeshecken. Durch ihre Spende konnten neue Arbeitsmaterialien besorgt werden.

Regelmäßige Kontrollen auf der Grundlage des Flächeninstandhaltungsplans fanden weiterhin kontinuierlich statt, und wir nahmen an zwei Sicherheitsworkshops mit Herrn Brodbeck teil.

 

 

Auswirkungen der Reduktion an Stunden

Glücklicherweise kam die Reduzierung der Betreuungsstunden von 40 auf 10 erst zur zweiten Jahreshälfte. Gerade vor den Sommerferien gibt es einige Anfragen zur Nutzung der Fläche, zur Veranstaltung von Festen und zur Organisation von Pflegemaßnahmen. Ab Juli verkürzten sich die Sichtkontrollen auf das Nötigste. In der Netzwerkarbeit und der pädagogischen Begleitung mussten Stunden eingespart werden. Bei den letzteren wurde bestmöglich versucht, die regelmäßigen Angebote weiterzuführen – allerdings in größeren Intervallen. In Anbetracht der spürbaren Begeisterung fiel es uns schwer, die kontinuierliche Naturerfahrung für die Gruppen zurückzufahren, da unseres Erachtens auf diese Weise eine ganz besonders enge Bindung zum Platz und zur Natur eingegangen und gefestigt wird.

 

 

Fazit

Besonders der trockene Sommer machte unseren Pflanzen in diesem Jahr Schwierigkeiten.

Das offiziellen Projektende im Juli stellte uns, trotz der glücklicherweise weiterlaufenden Förderung ab August –  jedoch mit nurmehr zehn Betreuungsstunden –  vor besondere Herausforderungen: Unsere Arbeit musste auf das Notwendigste heruntergefahren, die bestehenden Kontakte zu den Einrichtungen erhalten und die Sicherheitsstandards des Platzes gewährleistet werden. Wir danken hierbei ganz herzlich allen Projektbeteiligten für die großartige Zusammenarbeit. Diese gute Zusammenarbeit aller, und besonders mit der Stiftung Naturschutz, verhalf uns zu einer besonderen Auszeichnung der UN Dekade und zu einem interessanten Austausch mit anderen Naturerfahrungsräumen und Orten. Dies hatte zur Folge, dass die NERs alle ein weiteres Jahr mit 20 Betreuungsstunden finanziert werden können.

 

Alle Feste und Veranstaltungen sind erfolgreich verlaufen und zahlreiche alte und neue Nutzer wurden motiviert. Die Kinder vor Ort waren inspiriert, wodurch viele Bauten entstanden sind. Freundschaften wurden geknüpft, Naturmaterialien und Tiere erforscht. Das individuelle Schonungskonzept der Fläche wird von uns fortwährend weiterentwickelt. Dabei helfen uns die entstandenen Kontakte und Treffen mit Fachkollegen, und somit haben wir auch dieses Jahr unsere Ziele erreichen können.

 

Ausblick

Im kommenden Jahr wollen wir uns wieder an den Festen beteiligen, um unseren Ort im Gedächtnis zu halten und präsent zu bleiben. Auch das „Matsch Moor Spektakel“ soll als Teil des „Langen Tages der Stadtnatur“ wieder stattfinden. Unser besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf der Schaffung einer Koordinationsstelle für NERs in fester Verbindung mit dem Bund deutscher Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze, da dies zur Ausbreitung und weiteren Entwicklung der Naturerfahrungsräume in Deutschland vorteilhaft ist. Es wurde auch erkannt, dass der Wert solcher Orte und das Interesse an der Freizeit der Kinder ein gesellschaftliches Anliegen sein sollte.

 

 

Jahresabschlussbericht 2017

Jahresrückblick auf das Jahr 2017 mit den drei wichtigsten Aspekten der Betreuertätigkeit die hier nach Umfang aufgeschlüsselt und durchleuchtet werden.

  • Netzwerkarbeit
  • pädagogische Begleitung
  • Instandhaltung der Fläche

Abschließend wollen wir unseren Blick in die Zukunft, auf das Jahr 2018, und damit auf die weitere Entwicklung des Naturerfahrungsraumes richten.

 

Netzwerkarbeit ca. 50%

Mit ca. 50 % nimmt die Netzwerkarbeit einen großen Teil der Arbeit eines Kümmerers ein. Diese gliedert sich in folgende fünf Bereiche auf:

  • Aufbauen des Erstkontaktes mit Institutionen, Eltern und Kindern;
  • das Informieren vor Ort und in den Institutionen;
  • generelle Präsenz im Stadtteil zeigen;
  • das Erinnern/Dranbleiben an den Besuchern und Interessenten;
  • Netzwerken mit Kollegen vor Ort, dem Träger und den Projektbeteiligten, wie z.B. der HNE Eberswalde.

Durch die Beteiligung an Stadtteilfesten, wie dem Fest der Nachbarn des Bucher Bürgerhauses oder dem Bucher Weihnachtsmarkt, konnten Interessenten aus Buch und Umgebung begeistert werden. Auch bei Festen vor Ort konnten viele Kinder die Flächen kennenlernen: beim HoWoGe-Fest waren etwa 500 Kinder und beim Gauklerfest sowie dem Walpurgisfest der Moorwiese jeweils 200-250 Kinder. Auch bei internen Veranstaltungen, z.B. dem Schulwandertag der Grundschule am Krollwitzplatz, konnten 400 Kinder gestaffelt den Ort erkunden.

Des Weiteren stellte sich heraus, dass sich Kooperationen mit Veranstaltungen als erfolgreiche Multiplikatoren eignen. So beginnt und endet z.B. eine ökologische Wanderung im Naturerfahrungsraum mit Freispiel; und der NER wird in den Pausen der historischen Angebote des Abenteuerspielplatzes genutzt.

Bei größeren Veranstaltungen und im Krankheitsfall zeigte sich, dass die Tätigkeit des Kümmerers gut im Kollektiv aufgeteilt werden kann.

Bei einer medienwirksamen Kunstaktion beteiligten wir uns mit einer Sand- und Blumentorte im Land-art-Stil.

Auch dieses Jahr beteiligten wir uns wieder an Netzwerkrunden sowie Diskussionsrunden wie der Regionalrunde, der Planungsraumkonferenz, dem international EFCF, dem Kitanetzwerk und dem Runden Tisch Bucherforsten. Diese Kontakte vereinfachten uns den Weg der Materialbeschaffung, und weitere Kooperationen zu Schulen und Kitas kamen zustande. Wie am Anfang des Jahres geplant, konnten neue Erzieherschulen unser Angebot der Weiterbildung im Bereich Naturerfahrungsräume nutzen. Hilfreich dabei war der regelmäßige Austausch in Form von monatlichen Treffen mit den Kümmerer-Kollegen aus Marzahn und Spandau.

Praktikanten wurden durch Hospitation in das Konzept der Naturerfahrungsräume eingeführt und gaben ihr Wissen in ihren Erzieherschulen weiter.

Pädagogische Begleitung ca. 35%

Wie sich im laufenden Jahr herausgestellt hat, lässt sich die Pädagogische Begleitung in folgende Komponenten aufteilen:

  • Aktionen auf der Fläche,
  • Neugierde und Spielfreude anregen,
  • Ansprechpartner vor Ort sein und
  • Partizipation

Unser Naturerfahrungsraum legt das größte Augenmerk auf die partizipative Arbeit. Dies begründet sich durch den Anschluss an den Abenteuerspielplatz und dessen Konzept der offenen Arbeit. Es ist naheliegend, diesen pädagogischen Ansatz auch im Naturerfahrungsraum zu integrieren. Durch die mögliche Nutzung der Werkzeuge und den immer vor Ort tatkräftigen Kindern und Gruppen konnten die Ideen der Kinder weiterhin gut, auch spontan, verwirklicht werden. So wurden beispielsweise Zäune weitergeflochten, der Weg gerichtet, die Lehmhügel gepflegt, Müll gesammelt, der Eingangsbereich geschmückt, neue Materialien verbaut, heimische Samen aus der umliegenden Natur gesammelt und auf der Fläche verteilt, der Sandkasten von Kraut befreit und die Benjeshecken nachgefüllt. Auf Wunsch der Kinder wurde gemeinsam ein Lehmpool angelegt. Die Kinder wurden auch an Festplanungen beteiligt: an der Gestaltung des Flyers und der Planung und Durchführung des Lichterfests oder bei Entscheidungen über Angebote auf der Wilden Welt zum Gauklerfest.

Bei allen Angeboten wird immer auf die Freiwilligkeit Wert gelegt, mit besonderem Schwerpunkt auf die Begeisterung während der Durchführung. Sogar angeleitete Aktionen werden vorher mit den Kindern besprochen und nach ihren Interessen gestaltet. In dieser Form gibt es ein regelmäßiges Freitagsangebot, bei dem sich die Kinder jedes Mal in ein anderes gemeinsames Wunschtier verwandeln. Dies stärkt neben der Empathie auch motorische Fähigkeiten, vermittelt Wissen und bringt jede Menge Spaß. Durch die kreativen Ideen der Kinder entstanden Trampoline, Wippen, Klettergerüste, Brücken, Schiffe und Häuser. Dabei wurden verschiedene Tiere entdeckt wie z.B. Hirschkäfer, Eidechsen und riesige Raupen.

Die Anwesenheit des Kümmerers ist unseres Erachtens besonders zur Einweisung neuer Gruppen oder auf Anfrage nötig, da Gruppen, die öfters kommen, sich sehr gut selbständig auf dem Spielort organisieren können. Besonders im Sommer ist bei uns zur Ausgabe des Gartenschlauchs oder der Feuerstellennutzung eine Begleitung erforderlich.

Instandhaltung der Fläche ca. 15%

Entsprechend der Grundidee des Projektes sind folgende Punkte zu beachten:

  • Besonderheiten der einzelnen Flächen
  • Materialbeschaffung
  • Pflegemaßnahmen
  • regelmäßige visuelle Kontrollen

Der Birkenhein bedarf häufiger Kontrollen der Bäume, da diese nicht sonderlich belastbar sind. So mussten aufgrund des Sturmes im Oktober einige Pappeln und Birken gefällt werden. Einzelne Flächen, die wegen der Neuansaat empfindlich waren, mussten beobachtet und ggf. geschützt werden.

Material wurde vom naheliegenden Bucher Forst besorgt. So brauchten wir vor allem Weidenschnitt für den Flechtzaun und frischen Grünschnitt zum Bauen für die Kinder, auch im Hinblick auf die Übernachtung zum langen Tag der Stadtnatur. Besonders im Winter waren die Nadelbaumschnitthäufen ein beliebtes Spielelement, welches jedoch nach dem Umlagern auf die Benjeshecken zu unbewachsenen Stellen auf der Fläche führte. Andere Materialien, die eine Spielvielfalt gewährleisten sollten wie z.B. Rindenhäufen, wurden bisher von den Kindern nicht so gut angenommen.

Unsere visuellen Kontrollen werden regelmäßig 5x die Woche durchgeführt. Dabei fielen vor allem Müll und Glasscherben auf. Wir nehmen an, dass es durch den Schutz des großen Eingangstores zu keinen größeren Beschmutzungen oder Zerstörungen der Fläche kam.

Fazit

Schwierigkeiten machten uns in diesem Jahr der Sturm im Oktober und die eingeschränkte Erreichbarkeit für die Besucher durch den Schienenersatzverkehr. Vor allem unser Angebot der „Wilden Tage der Stadtnatur“ mit anschließenden Lichterfest wurde nicht so zahlreich wie erhofft angenommen.

Dadurch, dass wir den Tierbereich des Abenteuerspielplatzes aufgeben mussten, gingen zum Ende des Jahres auch im NER die Besucherzahlen zurück, und es kam zu häufigen Nachfragen nach den Tieren. Es wurde uns auch bewusst, dass gerade die freilaufenden Besucher den Naturerfahrungsraum nicht vom Abenteuerspielplatz trennen.

Kitas zeigten zwar Begeisterung und Interesse, kamen jedoch nicht oft, was sie meist mit Personalmangel in ihren Einrichtungen begründeten.

Des Weiteren stellte sich heraus, dass eine Übernachtung auf unserem Naturerfahrungsraum den Kindern große Toleranz abverlangt. So fühlten sie sich durch die vielen Mücken und die Geräusche der Güterzüge des nahegelegenen Bahnhofes gestört. Wir planen daher für den nächsten langen Tag der Stadtnatur eine Alternative zur Übernachtung.

Wir haben unsere Ziele, mehr Menschen den Ort zugänglich zu machen, weitere Erzieherschulen zu erreichen sowie bestehende Kontakte zu vertiefen erreicht. Auch Workshops zum Thema Naturerfahrungsräume wurden durchgeführt. Im Hinblick auf die Gestaltung der Fläche konnten neue Elemente erprobt und gestaltet werden. Ein individuelles Schonungskonzept der Fläche ist derzeit noch in Arbeit. Ein Unterstand ist für das Frühjahr 2018 geplant. Die im letzten Jahr dafür vorgesehene Jugendgruppe beteiligte sich im Rahmen ihres außerschulischen Unterrichts (AUA-Kurs Naturfreunde) bevorzugt mit dem Weiterflechten des Weidenzaunes.

Ausblick

Im kommenden Jahr wollen wir uns wieder an den Festen beteiligen, um unseren Ort im Gedächtnis zu halten und präsent zu bleiben. Projektanträge zur weiteren Belebung des Naturerfahrungsraumes wurden gestellt, nicht zuletzt und um auch nach dem Projektende eine Belebung des Ortes zu gewährleisten (z.B. der Kunstförderantrag für ein Medienwirksames Natur/Kunst-Projekt). Ein Matschtag wird ins Auge gefasst, an dem die Kinder frühkindliche Erfahrungen nachholen können und die Natur und den Raum mit allen Sinnen erfahren können. Auch planen wir regelmäßige Platzversammlungen gemeinsam mit dem Abenteuerspielplatz zur intensiven weiterführenden partizipativen Arbeit.

Auf ein gelingendes weiteres Jahr und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Kooperationspartnern und Kindern!

 

Jahresbericht 2016

Jahresrückblick auf das Jahr 2016 und damit auf die Entstehung des Naturerfahrungsraumes mit den verschiedenen Aspekten der beginnenden Betreuertätigkeiten wie Partizipation, Initialisieren einzelner Aktionen auf der Fläche, ihre Pflege, Netzwerkarbeit und anderer wichtiger Tätigkeiten auch in Kooperation mit der Stiftung Naturschutz und der HNE-Eberswalde.

Nach anfänglicher Bauphase und den verschiedensten partizipativen Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Susanne Pretsch, wie beispielsweise der Bau von Modellen, Pflanzaktionen und die Herstellung von Benjeshecken sowie regelmäßigen Baubesprechungen und Absprachen mit dem Träger und den Projektpartnern, konnte am 20. September der Naturerfahrungsraum termingerecht am Weltkindertag eröffnet werden.

Die darauffolgende kinderbeteiligende Arbeit bestand darin, Kinder in die Instandhaltung der Fläche und in die Forschungsarbeit der HNE mit einzubeziehen. Daraus ergaben sich neben zahlreichen erfolgreichen Unternehmungen wie dem Käferzählen auch schwierige Um-setzungen, wie beispielsweise das Gestalten von Hinweisschildern, da eine feste Gruppe, die regelmäßig kommt, fehlte.

Einige Arbeiten, die durch die Nutzung der Kindern sichtbar wurden, waren:

  • Das Nachbereiten des Lehmberges durch Auftrag einer reinen Lehmoberfläche, da durch den hohen Splittgehalt immer wieder Rutsch- und Verletzungsgefahr bestand. Zusätzlich entstand ein ca. 2m hoher und ca. 5m breiter reiner Lehmhaufen.
  • Das Pflanzen von weiteren Sträuchern, um der Fläche ein geschlosseneres Bild und damit mehr Wildnischarakter zu verleihen. Ebenfalls bieten sie den Kindern mehr Rückzugsräume und sorgen für ein verbessertes Kleinklima (z.B. Windschutz).

Diese Änderungen führten zu einer individuelleren Nutzung der Hügel, wodurch ein kreativeres Spiel beobachtet werden konnte. Es wurde deutlich, dass ein natürlicher Lehmhaufen neben einem künstlich geformten Lehmhügel zu mehr Vielfalt im freien Spiel führt.

Zudem war aufgefallen, dass das gegebene Baumaterial vielseitiger sein darf. So streben wir an, statt der Stangenhölzer auch wildere, verzweigte, kurze und lange Hölzer anzubieten. Der Sandspielbereich wird häufig von Kleinkindern genutzt. Deshalb wäre es besser, wenn er weiter weg von den Lehmhügeln als Aktivspielbereich der größeren Kinder wäre, da so eine entspanntere Spielatmosphäre geschaffen werden kann.

Die Kinder konnten auch eigene Änderungen ihres Spielortes vornehmen: Sie schmückten den Eingangsbereich und warfen tote Bäume zum Balancieren um. Sie verwandelten sich in ihrer Fantasie in Waldarbeiter oder Vögel, die Weidenholz und Nester für den Zaun schnitten, transportierten und flochten. Auch an die Tier- und Pflanzenwelt wurde gedacht: Es entstanden Igelnester, und Samenbomben wurden geformt und geworfen. Alltägliche Aufgaben des Betreuers, wie das Beseitigen des Mülls und das wöchentliche Fotografieren für die HNE, wurden von den Kindern ebenfalls gerne übernommen.

Unseres Erachtens können die Kinder in alle anfallenden Pflege- und Instandhaltungsnahmen eingebunden werden.

Wir machten die Erfahrung, dass neben der Kinderbeteiligung ein Betreuer auch  Ansprechpartner für Kinder mit schwierigen Familienverhältnissen ist. Es ging so weit, dass sogar Kontakt mit dem Kooperationspartner (Kinderfreizeiteinrichtung) und dem Jugendamt nötig wurde. Interessanterweise ist die seelische Öffnung der Kinder unter dem zusätzlichen Einfluss der Natur auch eine Erkenntnis der Erlebnispädagogik. Nicht zuletzt aus dieser Erkenntnis ist die Wahl, einen Erzieher auf der Betreuerstelle zu beschäftigen, unseres Erachtens sinnvoll.

Beim Prinzip des ko-konstruktiven Lernens steht die soziale Komponente zur Aneignung der Welt im Vordergrund. Unter anderem bedeutet dies, dass der Erwachsene gemeinsam mit dem Kind forscht; somit setzt es nicht unbedingt die totale Kenntnis über biologisches Fachwissen, welches sich mit den Kindern gemeinsam entwickeln lässt, voraus. Jedoch ist generelles Fachwissen über verschiedene Prinzipien und pädagogische Konzepte, wie beispielsweise des Berliner Bildungsprogrammes, unseres Erachtens wichtig. Eltern und Erzieher, die den NER besuchen, können so gezielt in Ihren individuellen Konzepten angesprochen und für das freie Spiel im NER begeistert werden.

Mit der Netzwerkarbeit und der Kooperation mit umliegenden Einrichtungen können wir dieses Jahr zufrieden sein. Es konnten Kindergärten, Schulen und präventive Gruppen der Hilfen zu Erziehung an Gestaltung und Bau beteiligt und zur Nutzung angeregt werden.

Sogar zu Zeiten, in denen die Fläche aufgrund des sensiblen Pflanzenwachstums nur teilweise bespielbar war, konnten die Besucher durch einen freundlichen Comic darauf hingewiesen werden, die Fläche nicht zu betreten.  Ihr Interesse konnte durch gezielte Aktionen auf der Fläche wie beispielsweise dem Martinsfest, gesteigert werden, wodurch der Kontakt zu bereits bekannten Gruppen vertieft und neue Besucher begeistert wurden. Zu den neuen Nutzern gehören Grundschulklassen, Vorschulgruppen und das Refugium in Buch. Außerdem wurden durch eine gezielte Versendung ansprechend gestalteter Flyer über 400 Schulen und Kindergärten in ganz Berlin zusätzlich informiert.

Wir beteiligten uns am Tag der Offenen Tür der Schule am Sandhaus, präsentierten das Projekt dem Jugendhilfeausschuss, beteiligten uns an Regionalrunden und informierten auf dem Bucher Weihnachtsmarkt. Gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz und der HNE- Eberswalde beteiligten wir uns in Form eines Workshops zum Thema „Naturerfahrungsräume in Großstädten“ am Austauschwochenende des Bundes deutscher Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze. Hier wurden Schwierigkeiten und Erfahrungen ausgetauscht, beispielsweise die Erkenntnis, dass Kinder neben besonderen Elementen, wie einem Lehmberg, auch von der Haltung von Tieren besonders gut zum Spielen in der Natur angeregt und von ihrer Vielfalt begeistert werden können.

Weitere wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit dem Hauptvorhaben waren diverse Baubespechungen mit der Landschaftsplanerin Susanne Pretsch und dem Landschaftsbauer Tobias Mittendorf. Durch theoretische und praktische Auseinandersetzung Vorort konnte  Studenten der HNE-Eberswalde die Arbeit und das Konzept veranschaulicht  werden. Andere Interessierte Besuchergruppen wurden ebenfalls herumgeführt.

Bei gemeinsamen Treffen mit Robert Welzel, dem Betreuer der Fläche in Spandau, der Stiftung Naturschutz und der HNE-Eberswalde wurden das Basiswissen über NERs erweitert und Erfahrungen ausgetauscht. Als hilfreich in der praktischen Arbeit wurde der Reader von Claudia Friede und Prof. Heike Molitor empfunden, da dieser einen guten Gesamtüberblick über die pädagogischen Arbeitsgebiete der Betreuer gibt.

Daneben mussten auch neue Arbeitsfelder erobert werden, wie beispielsweise die Gestaltung der Homepage und das Anfertigen eines Gesamtplanes der Moorwiese zur praktischen Anwendung der HNE-Eberswalde.

Ausblick:

Im Jahr 2017 möchten wir die Fläche noch mehr Menschen zugänglich machen.

Durch mehr persönliche Präsenz und Vorträge können Erzieherschulen, Kitas und andere Einrichtungen erreicht werden. Bestehende Kontakte werden weitergeführt und vertieft.

Wir freuen uns, mit den Kindern die Fläche fortwährend weiterzuentwickeln. Dabei soll auch ein individuelles Konzept zur Schonung der Fläche ausgearbeitet werden.

Kleinere Bauvorhaben, wie beispielsweise die Erneuerung des Unterstandes, sollen in Zusam-menarbeit mit Bucher Familien umgesetzt werden. Workshops für verschiedenste Personengruppen möchten wir auf dem NER ermöglichen. Denkbar ist es auch, außer-schulischen Unterricht auf der Fläche stattfinden zu lassen. Weiter geplant ist ein Lichterfest zum langen Tag der Stadtnatur,  die Beteiligung an Festen wie dem HoWoGe-Fest, Gauklerfest, Walpurgisfest und vielen weiteren, die sich auf der Fläche umsetzen lassen, auch offene Schul- und Kindergartenfeiern.

 

Auf ein gelingendes Jahr und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Kooperationspartnern und Kindern!