Moorwiese, Wilde Welt und Waldkindergarten am Standort erhalten

Keine Bebauung zwischen Moorwiese und Moorlinse!!!



Weitere Politiker*innenbesuche auf der Moorwiese

Am 1.8.21 informierten sich Daniela Billig (Grüne MdA) und Christoph Göring (Direktkandidat für das Abgeordnetenhaus unter Anderem auf der Moorwiese zum Stand der Aktivitäten der Bürgerinitiative in Bezug auf das Bebauungsplanverfahren.

Am 27. Juli 21 informierten sich Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz und Klaus Wichert, Abteilungsleiter Klimaschutz, Naturschutz und Stadtgrenze über die Arbeit auf dem Naturerfahrungsraum Wilde Welt und die Auswirkungen des aktuellen Bebauungsplanverfahrens auf unsere Arbeit und auf die Artenvielfalt der Moorlinse und der Umgebung.

Scharfe Kritik an Entscheidung für massive Bebauung (PM der BI Sandhaus vom 27.06.2021)

Initiative Buch am Sandhaus: Scharfe Kritik an Entscheidung für massive Bebauung

Entwurf mit 1% Bürgerzustimmung gewinnt Gutachterverfahren – 3000 Wohnungen im Naturraum ohne Verkehrskonzept

 

Die Bürgerinitiative Buch am Sandhaus äußert scharfe Kritik an der Entscheidung im Gutachterverfahren für das Planungsgebiet Buch/Am Sandhaus.

Das Votum des von der Senatsverwaltung handverlesenenen Gutachtergremiums für den Entwurf der Büros Wessendorf/Grieger ist eine Entscheidung gegen das eindeutige Stimmungsbild der Bürger*innen, gegen nachhaltige Entwicklung und Naturschutz, und zulasten der Kinder- und Jugendprojekte im Planungsgebiet. Die Anwohner*innen hatten in dem Gremium lediglich eine Stimme von elf. Das Verfahren – Online-Stimmungsbild der Bürger*innen und Abstimmung im Gutachtergremium – erlaubte nur, von den drei Entwürfen das geringste Übel auszuwählen.

„Dies ist der Entwurf, der den größten ökologischen Fußabdruck hat. Der in der dritten Online-Bürgerbeteiligung zu verschiedenen Fragen nur ein bis zwei Prozent der Stimmen bekommen hat und der in den sehr zahlreichen Kommentaren eindeutig abgelehnt wurde. Die eindeutige Kritik des Umweltamtes Pankow, der Berliner Landesforstbehörde, der Umwelt- und Naturschutzverbände im Verlauf des Verfahrens und während der 3. Sitzung des Gutachter*innen Gremiums wurde ebenfalls ignoriert“ sagte Gisela Neunhöffer, eine der Sprecherinnen der Initiative.

„Wir haben uns maximal konstruktiv in das Verfahren eingebracht und sogar einen eigenen Bebauungsvorschlag entwickelt, um die Grenzen des Machbaren auszuloten. Dieser wurde nicht zur Abstimmung zugelassen. Dass alle Einwände so klar ignoriert wurden, ist ein Schlag ins Gesicht der Bucherinnen und Bucher sowie der vielen im Gebiet Naherholung Suchenden. Noch nicht einmal die Existenz der Kinder- und Jugendprojekte, für die ein Entgegenkommen suggeriert wurde, ist bisher dauerhaft gesichert. Für das Vogelparadies Große und Kleine Moorlinse bedeutet die Entscheidung eine massive Gefährdung“.

Auch eine Entscheidung für einen der anderen beiden Entwürfe – von denen der Entwurf des Büros Machleidt/Studio RW/SHP Ingenieure  immerhin ansatzweise auf die massive Kritik der Bürger*innen eingegangen war –  hätte keine ökologisch und sozial nachhaltige Bebauung zur Folge. Alle drei Entwürfe sehen eine viel zu massive und dichte Bebauung vor und gefährden das ökologische und hydrologische Gleichgewicht am Standort massiv. Die Verantwortung dafür liegt bei der Bausenatsverwaltung , die deutlich zu hohe Vorgaben für die Anzahl der zu planenden Wohnungen in dem ökologisch sensiblen Gebiet gemacht hat.

Der eigene Bebauungsvorschlag der Initiative geht von einer Analyse der naturräumlichen und sozialen Gegebenheiten vor Ort aus und fordert zunächst bestehende Informationslücken zu Naturraum und Hydrologie zu schließen, um daraufhin fundierte stadtplanerische Überlegungen anzustellen.

„Auch aus Sicht der dringend nötigen Verkehrswende ist diese Entscheidung ein Desaster. Der ÖPNV, insbesondere die S2, platzt im Berufsverkehr jetzt schon aus den Nähten. In Buch sind mit diesem Entwurf ingesamt über 4.000 neue Wohnheiten geplant, entlang der S2 sind es allein auf Berliner Gebiet rund 15.000 (Buch 4.150 – davon Buch Süd 650, Waldhaus 500, Am Sandhaus bis zu 3000;Karow 3.150; Blankenburger Süden 5.500; Pankower Tor 2000), ohne dass der Takt zeitnah erhöht wird oder andere Kapazitätserweiterungen in Sicht sind. Der komplette Kollaps ist vorprogrammiert.“ so Neunhöffer weiter.

„Funktionierende, naturnahe Ökosysteme sind entscheidend für die Anpassung an den menschengemachten Klimawandel. Berlin braucht einen Paradigmenwechsel in der Bebauungsplanung. Stadtplanung muss sich daran ausrichten, was die Planungsgebiete ökologisch und sozial aufnehmen können. Diese Grenzen sind hier massiv überschritten.“

Die Initiative wird in der nächsten Woche über weitere Schritte beraten. Ob angesichts einer solchen Ignoranz gegenüber den eindeutigen Positionen von Anwohner*innen eins weiteres Engagement an den unverbindlichen Beteiligungsverfahren des Senats sinnvoll ist oder die Initiative sich auf andere Aktivitäten konzentriert, wird Gegenstand der Diskussion sein.

Neunhöffer: „In jedem Fall werden wir uns weiterhin mit aller Kraft für eine sozial und ökologische nachhaltige Bebauungsplanung für das Gebiet Am Sandhaus einsetzen. Wir rufen alle Bucherinnen und Bucher, alle Freundinnen und Freunde der Moorlinse auf, dabei mit uns zusammenzuarbeiten.“

 

Kontakt: initiative-buch-sandhaus@posteo.de

Webseite: www.initiative-buch-am-sandhaus.de


3. Phase der Bürgerbeteiligung startet am 10. Juni21

Alle Interessierten haben dann wieder die Möglichkeit, auf mein.berlin.de ihre Kommentare zu den dritten und damit letzten Entwürfen der Planungsbüros abgeben. Bisher was für uns der zweite Entwurf des Büros Machleid der einzig aktzeptable. Bitte Nutzt diese Möglichkeit und Unterstützt uns, damit es keine Bebauung zwischen Moorwiese und Moorlinse gibt.


Offener Brief an Senator Scheel (pdf herunterladen)

Warum wir den Entwurf von Machleidt als einzig sinnvollen ansehen:

Der Archäologie- und Abenteuerspielplatz MOORWIESE wurde 2009 in Kooperation mit der Grundschule am Sandhaus gegründet. Es ist eine Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Förderung durch den Bezirk Pankow.

Der Kindergarten WALDKIND wurde 2012 gegründet und hat heute 2021 vierundzwanzig Plätze für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren.

Der Naturerfahrungsraum WILDE WELT wurde 2016 mit Mitteln des Bundesamtes für Naturschutz geschaffen und seit 2019 durch die Senatsverwaltung für Umwelt gefördert.

Die Gesamtfläche aller drei Einrichtungen beträgt etwa 1 Hektar. Täglich besuchen zwischen 70 und 100 Kinder und Jugendliche das Anwesen. Davon sind meist 20 Waldkinder anwesend; ca. 25 Kinder kommen durchschnittlich pro Tag auf die Moorwiese. In Vorcoronazeiten besuchte mindestens eine Kita- oder  Schulgruppe den Naturerfahrungsraum oder die Moorwiese pro Tag und etwa 15 Kinder kamen mit ihren Eltern auf die Wilde Welt.
Zwei große Feste mit jeweils etwa 1000 Besuchern und 3 kleinere Feste wie die lange Nacht der Familien, der Lange Tag der Stadtnatur oder Walpurgisnacht vervollständigen die Besucherzahlen.

Waldkindergarten -  heißt 5 Tage in der Woche zu allen Jahreszeiten draußen mit allen Sinnen auf spielerische Weise die Natur entdecken. Die zwei Bauwagen der Kita sind keine „Ersatzlösung“ , sondern Teil des besonderen Konzeptes die Elemente im Draußen zu erfahren.

Moorwiese – der Abenteuerspielplatz mit den drei konzeptionellen Elementen Hüttenbau, Feuer und Tiere. Es geht um die Entwicklung von Risikokompetenz (Höhe der Hütten, Werkzeuggebrauch, Feuer machen, Umgang mit großen Tieren), um psychomotorische Entwicklung (Hand-Hirn-Verknüpfung, Planen-Bauen-Selbstwirksamkeitserfahrung, Führen/Reiten) und um die Entwicklung von sozialer Kompetenz (Bauteams, Nachbarschaft, Verantwortungsübernahme, Rücksichtnahme)
Moorwiese – der Archäologiespielplatz -  wir thematisieren die historische Dimension des Menschseins. Es geht um Phänomene wie Migration, das Wort Heimat oder um die Entwicklung von Fertigkeiten eingeordnet in die Geschichte der Menschheit genauso wie das Thema Nahrung im Spannungsbereich von Pflanzenanbau (Mittelaltergarten) und Fleischkonsum (Bogenschießen). Der Archäologiespielplatz ist Alleinstellungsmerkmal im Berliner Raum für das Engagement von Ehrenamtlichen, Freiwilligen und Spendern, wie auch für die Veranstaltung von Corporate Volunteering größerer Firmen. Schulgruppen kommen zum handlungsorientierten Geschichtsunterricht von Neukölln bis Eberswalde. Nicht zuletzt dient das auch der Eigenmittelerwirtschaftung von bis zu 20.000 € im Jahr.

Naturerfahrungsräume sind eine neue Kategorie im Baugesetzbuch zwischen Parks und Spielplätzen. Sie fördern das Naturverständnis auf spielerische Weise und ermöglichen sinnliche Erlebnisse ohne Spielgeräte und das stille Beobachten von Tieren (bei uns u.a. rote Waldameise, Eidechse, Kleiber) und bieten verschiedene „ungewöhnliche“ Materialien zum Spielen in der Natur.

Fazit:

Der Standort muß erhalten werden, denn er ist zentral für die Offene Arbeit mit Kindern in Buch.

Der Standort muß erhalten werden, denn er ist grünes Klassenzimmer und erweiterter Schulhof für die kooperative und selbständige Nutzung durch Klassen der Grundschule am Sandhaus und auch durch Klassen der Montessori- und der evangelischen Schule Buch.

Der Standort muß erhalten werden, denn mit der Lage direkt am S-Bahnhof ist er wichtig für die Erreichbarkeit für Eltern, denen das besondere Konzept des Waldkindergartens wichtig ist, für das Bringen und Holen der Kinder (Einzugsbereich bis in die Berliner Innenstadt); ist er wichtig für Schulkassen aus Berlin und dem Landkreis Barnim, die den handlungsorierten Geschichtsunterricht nutzen wollen; ist er wichtig für unsere größeren Veranstaltungen im Sommer für Familien aus Pankow und Panketal.

Ein geänderter Standort würde allen o.g. Argumenten widersprechen und darüber hinaus wäre es ökologisch nicht zu vertreten, erst Bäume zu fällen, um sie an anderer Stelle mehr als 15 Jahre lang wachsen zu lassen, um dann noch nicht einmal die Dimension des alten Standortes zu erreichen.

Eine bis an die Einrichtungen heranreichende Bebauung brächte Probleme mit sich, da ein Bauspielplatz Lärm bedeutet (nagelnde Kinder, Jugendliche lärmen auch ohne Werkzeuge, Tiergeräusche und -düfte, Lagerfeuer) und wir in Pankow reichlich Erfahrung haben, wenn Mieter oder Wohnungsbesitzer gegen diese Art von offener Arbeit mit Kindern  und Jugendlichen klagen (ASP INGE oder ASP Franz B.). Aus Kinderschutzgründen müßten wir auch Vorkehrungen treffen, um Übergriffe auch fotografierendeer Art aus der umliegenden Bebauung zu verhindern.

Aus all den genannten Gründen finden wir den Entwurf von Machleidt den einzig machbaren.

 

Politiker*innenbesuche bei Moorwiese, Waldkind und Wilder Welt

Senator Sebastian Scheel und KollegInnen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen trafen sich am 19.04.2021 mit uns und der Bürgerinitiative Am Sandhaus Buch zu einem informativen Spaziergang über die Moorwiese um die Gegebenheiten Vorort kennenzulernen. Dabei konnten wir hoffentlich unsere Argumente bezüglich des Standorts von Moorwiese, Naturerfahrungsraum und Waldkita deutlich machen.

Am 20.4.21 informierten sich Willi Francke, der für das Abgeordnetenhaus Berlins für die SPD im Berliner Norden kandidiert, und die Jugendstadträtin Pankows Rona Tietje in Buch über den aktuellen Stand unserer Aktivitäten zum Verbleib von Moorwiese, Wilder Welt und Waldkind am jetzigen Standort.

Am 27.4.21 besuchten die Senatorin Elke Breitenbach und Udo Wolf (MdA Die Linke) die Moorwiese, um sich gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Pankower Jugendhilfeausschusses Paul Schlüter über unsere Position zum aktuellen Bebauungsplanverfahren zu informieren. Mit dabei waren u.A. Vertreter der Bürgerinitiative Am Sandhaus Buch und Anika Haußner vom Paritätischen Berlin.

Der Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup informierte sich am 16. Juni 2021 gemeinsam mit der Jugendstadträtin Pankows Rona Tietje über die Arbeit im Waldkindergarten und mögliche Auswirkungen der geplanten Bebauung am Rande des Geländes der Kita WALDKIND, des Naturerfahrungsraums Wilde Welt und der Moorwiese. Dabei kamen wir auch auf die schwierige Finanzierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in den Berliner Bezirken zu sprechen.

26. April 2021

Informationsabend Ökologie zum Bebauungsplanverfahren Am Sandhaus

Bei der vergangenen Planungswerkstatt und im Anschluss kamen zahlreiche Rückmeldungen zu den Themen Naturraum / Ökologie / Wasser / Klima, aus diesem Grund wird es zu diesem Themenkomplex einen Informationsabend geben. Dieser findet am 26. April 2021 von 18 bis ca. 20 Uhr via Zoom statt.

Das Büro bgmr Landschaftsarchitekten wird über die Grundlagen der Planung – Vorgaben und Anforderungen für die Planungsteams referieren und dabei u.a. auf die Themen eiszeitliche Prägung des Naturraumes, wertvolle Biotopstrukturen für Vögel, Fledermäuse und weitere Tiere, Wasserhaushalt und Klimaschutz eingehen.

Anschließend werden Frau Dr. Moorfeld und Frau Rosskopf vom Umwelt- und Naturschutzamt Pankow zum Thema „Weiterer Planungsprozess zur Sicherung und Entwicklung der umweltverträglichen Entwicklung“ sprechen.

Nach beiden Blöcken können Sie Ihre Nachfragen stellen!

Bitte melden Sie sich an unter: beteiligung-buch[at]list-gmbh.de an.


Ab 27. April ist es wieder möglich, sich mit Kommentaren zu den neuen Entwürfen an der aktuellen Diskussion zu beteiligen.

Hier der Link:

https://mein.berlin.de/projekte/rahmenplanung-buch-am-sandhaus/

Wir haben mit Unterstützung der Bürgerinitiative Am Sandhaus Buch ja bei der ersten Planungswerkstatt und auf unserem gemeinsamen aktuellen Flyer (bei Klick wird er heruntergeladen) u.A. gefordert, auf eine Bebauung zwischen jetzigem Standort der Moorwiese und der Moorlinse zu verzichten. Wir sind gespannt, ob das in den neuen Entwürfen sichtbar sein wird.

Tagesordnungspunkt im Kinder- und Jugendhilfeausschuß Pankow am 13.4.21

Ersteinmal vielen Dank, das Thema Bedrohung des Standortes von Moorwiese, Naturerfahrungsraum und Waldkindergarten hier kurz vorstellen zu dürfen. Dank auch für die viele Unterstützung durch BVV, KJHA, BA – JA.

Viele hatten ja unsere Stellungnahme schon gelesen, hier der Stand derzeit:

  1. Durch den geänderten FNP zu Buch V soll offenbar über die Verteilung der Gemeinbedarfsflächen und des Wohnungsbaus mittels eines Bebauungsplanverfahrens eines neuen Wohngebietes mit bis zu 3000 Wohnungen (9000 Bewohnern) entschieden werden.
  2. Das Verfahren wurde vom Bezirk Pankow zur Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen geholt.
  3. Es gibt ein städtebauliches Gutachterverfahren in Vorbereitung des Bebauungsplanes. Im Gutachterausschuß sitzen verschieden Akteure mit insgesamt 11 Stimmen. Wir fühlen uns von Frau Zabel (JA Pankow) und den Bucher Bürgern, die im Ausschuß zusammen 1 Stimme haben vertreten.
  4. Es sind drei städtebauliche Entwürfe vorgestellt worden, die im Wesentlichen alle am S-Bahnhof eine hohe Bebauung vorsehen, und damit die Moorwiese, den NER und Waldkind auf einen Platz verdrängen wollen, der nahe an der Wohnbebauung auf einer derzeit von Betonplatten und Fundamenten alter Schweineställe geprägten Fläche läge. Damit sehen wir Probleme auf uns zukommen, die andere Träger mit den Abenteuerspielplätzen Inge in Karow und Franz B. in Buchholz das Leben schwer gemacht hatten, da diese Plätze gekennzeichnet sind durch Bauspielplatzlärm, Lagerfeuer und bei uns hoffentlich auch wieder Tierhaltung.
  5. Die Idee, die Moorwiese, den NER und Waldkind zu verlegen, wird nicht nur von unserem Träger, sondern auch von allen Bucher Akteueren abgelehnt, weil:
    - eine Verlegung gegenüber den Kindern eine Mißachtung ihrer Leistungen auf dem Bauspielplatz darstellt
    - die gewachsene Naturfläche der drei Einrichtungen am neuen Standort auch nach 15 Jahren nicht adäquat zu schaffen ist
    - die in 11 Jahren ehrenamtlichen Engagements geschaffenen Rekonstruktionsbauten der Bronze und Eisenzeit nicht durch Firmen einfach mal an anderem Ort neu gebaut werden könnten
    - die Kinder der Grundschule am Sandhaus, für die die Moorwiese grünes Klassenzimmer und soziales Übungsfeld am Vormittag ist, zukünftig durch die Neubauten zur Moorwiese laufen müßten und eben nicht mehr spontan durch die Pforte vom Schulhof auf den Platz oder den Naturerfahrungsraum
    - die Moorwiese und der NER als natürliche Pufferzone zu Moorlinse mit ihren Zugvögeln und Brutpaaren wegfallen würde (Neuntöter, Rohrweihe) und geschützte Arten auf unserem Geländeakut bedroht wären (Eidechse, Zaunkönig)
  6. Der Zeithorizont ist durch die Nutzungsbindung des NER auf 15- 18 Jahre gelegt. Da Plätze, wie die Moorwiese aber von der Gestaltbarkeit leben, wäre die Gestaltungsperspektive am aktuellen Standort höchstens noch 5 – 8 Jahre. Danach machen viele der Aktivitäten, besonders im Archäologiespielplatzbereich kaum noch Sinn.
  7. Seit Anfang März gibt es ein Beteiligungsverfahren, das von der schnell gegründeten BI Am Sandhaus Buch als zu kurzfristig kritisiert wird. Für die Kommentierung der o.g. Entwürfe gab es beispielsweise nur 5 Tage Zeit.
    Für das bis zum 24.6.21 vorgesehene weitere Umgehen mit den städtebaulichen Entwürfen sind am 26.4. und 3.5. die nächsten Beteiligungstermine vorgesehen.
    Nachdem es im bisherigen Verlauf deutlichen Widerspruch zu den Entwürfen gegeben hat, sind die drei Entwurfsbüros aufgefordert worden, bis zum 3.5. den Eingang zum neuen Stadtquartier anders zu denken. Auch hat die Senatsverwaltung vorsichtig die Fühler in Richtung Moorwiese und Bürgerinitiative ausgestreckt.
  8. Wir bauen weiter auf die Unterstützung durch BVV, KJHA, BA – JA und viele andere Pankower und Berliner um die geplante Verlegung der drei Einrichtungen und eine Bebauung zwischen Moorwiese und Moorlinse zu verhindern. Wir unterstützen das Ansinnen mehr uns preiswertere Wohnungen in Berlin zu bauen, aber nicht zum Preis des Abrisses intakter Infrastruktur.
    Derzeit haben wir viele politische Akteure auf Berliner Ebene angesprochen und erste Rückmeldungen lassen erwarten, dass sich das Interesse der Landespolitik in den nächsten Wochen auch auf Berlin-Buch fokussiert.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung plant:


Um den gewachsenen Bedarf an Wohnraum in Berlin und damit verbundene Infrastruktur zu decken, hat das Abgeordnetenhaus die Planung und Entwicklung von 16 neuen Stadtquartieren im gesamten Stadtgebiet beschlossen. Buch – Am Sandhaus ist eines dieser neuen Stadtquartiere. Das Gebiet umfasst eine Fläche von rund 57 Hektar. Vom S-Bahnhof, entlang der Straße Am Sandhaus und auf der Fläche des ehemaligen Krankenhauses der Staatssicherheit soll ein Stadtquartier für rund 2.400 bis 3.000 neue Wohnungen entstehen. Der Wohnungsneubau soll durch soziale Einrichtungen, wie Kindertagesstätten, eine neue Grundschule, öffentliche Spielplätze und wohnungsnahe Freiräume ergänzt werden. Seit August 2020 wird für den gesamten Bereich Buch V - Am Sandhaus ein Rahmenplanverfahren durchgeführt. Darin eingebettet ist ein diskursives, städtebauliches Gutachter*innenverfahren, das die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen aktuell von Februar bis Juni 2021 durchführen lässt. In diesem Rahmen arbeiten nun drei Planungsteams parallel an städtebaulichen Entwürfen für den Vertiefungsbereich über 39 ha.

Hier geht`s zum Link:

https://mein.berlin.de/projekte/rahmenplanung-buch-am-sandhaus

Was bedeuten die aktuellen Vorschläge?

Die vorliegenden drei Entwürfe zielen alle darauf ab, das Waldstück des Naturerfahrungsraums Wilde Welt, des Archäologie- und Abenteuerspielplatzes Moorwiese und der Waldkita abzuholzen und zu bebauen. Dazu sollen die drei Einrichtungen mittelfristig in Richtung Straße am Sandhaus verschoben werden. Dort sollen sie je nach Entwurf zwischen die mehrgeschossigen Häuser eingeklemmt oder mehr in Richtung Moorlinse geöffnet und auf dem mit wenig Baumbestand versteppten und mit Ruinen und Fundamenten verseuchten Boden komplett neu errichtet werden.

Das bedeutet eben nicht nur ein paar Bauwagen umzusetzen und die Kinder ihre Hütten woanders aufbauen zu lassen.

Was ist gefährdet?

Der Naturerfahrungsraum NER Wilde Welt wurde 2016 mit Bundesmitteln hergestellt, dazu wurde eine waldähnliche Fläche neben der Moorwiese gewählt. Die vorgeschlagenen Neu-Flächen sind in allen Entwürfen mit deutlich weniger Bäumen besiedelt. Bis der Baumbestand wie auf den aktuellen Flächen erreicht wird, werden 20 Jahre vergehen. Pankow hat 2019 den Klimanotstand ausgerufen, die Senatsverwaltung interessiert das offensichtlich nicht.
Moorwiese, NER und Waldkind sind medientechnisch an das Wasser der Schule angeschlossen und bei Bedarf konnte auch immer mal auf den Strom der Schule zurückgegriffen werden. Notwendig ist seit langem der Ersatz der Bauwagen durch ein festes Spielhaus mit den notwendigen Räumen für Lagerung und Verwaltung der drei Einrichtungen.
In den 11 Jahren der Existenz der Moorwiese wurde darüber hinaus durch jahrelanges ehrenamtliches Engagement ein rekonstruiertes Dorf mit Elementen der bronze- und eisenzeitlichen Ausgrabungen in Buch errichtet, welches nicht mal eben so versetzt werden kann.

Was ist und wichtig?

Auf Argumente unsererseits in den Vorgesprächen mit Frau Glöckner von SenStadt und während der ersten Zoom-Beteiligung, aufgeschrieben am 9.2.21, wird bei den drei vorliegenden Entwürfen in keiner Weise eingegangen:

Moorwiese und NER sind Kooperationspartner der GS am Sandhaus und brauchen die direkte Anbindung Zaun an Zaun mit dem vorhandenen Tor.
Sie sind in gewisser Weise erweiterter Schulhof für die Arbeit der Schule mit Kindern, die im Alltag besondere Unterstützung brauchen. Mit der Verlegung müssten die Kinder zukünftig durch das Wohngebiet wandern, um die Moorwiese und den NER zu erreichen. Moorwiese und NER Wilde Welt sind außerschulischer Lernort und grünes Klassenzimmer für die Grundschule am Sandhaus. Auch Kinder der ersten Klassen können so bisher gefahrlos von Schule zur Offenen Arbeit wechseln.

Alle drei Einrichtungen wirken überregional und brauchen die Nähe zum S-Bahnhof, damit Kindergruppen und Einzelbesucher kommen können.
Mit seinem besonderen Profil ist der Archäologiespielplatz eine Berlin-weite Attraktion, die besonders an den Familientagen Besucher aus der ganzen Stadt anzieht.
Viele der NutzerInnen sind Kinder aus dem Gebiet der Plattenbauten auf der anderen Seite der S-Bahn, für die ein weiterer Weg erfahrungsgemäß nicht realisierbar wäre.
Die Verlegung würde es dem Träger wesentlich schwerer machen, bis zu 20.000 € pro Jahr Eigenmittel durch Gruppenangebote und Kindergeburtstage zu erwirtschaften, die nötig sind, da es keine 100% Ausfinanzierung durch öffentliche Stellen gibt.

Der Naturerfahrungsraum sollte eine Aufstockung der Fläche erfahren.
Der NER ist mit seinen 0,5ha schon jetzt oft übernutzt. Durch die bisherige Art der Flächen mit etwa weiteren 2 ha ringsherum haben vor allem Tiere weiteren Lebensraum am Rande. Es gibt derzeit auf unserem Gelände ständig 2 – 3 Haufen der Roten Waldameise, es gibt auf der Fläche eine große Anzahl von Zauneidechsen, die wie auch die Grasnelken auf dem Grundstück Richtung Moorlinse einer Bebauung zum Opfer fallen würden. Weitere Tiere, die z.T. auf der Roten Liste stehen, sind u.a. der Neuntöter, Knoblauchkröte, Ringelnatter, Blindschleiche, Pirol, Zaunkönig, div. Fledermausarten.
Die vorgeschlagenen Ersatzflächen berücksichtigen in keiner Weise den Artenschutz der vorhandenen Fauna und Flora der Moorwiese. Sie sind vom Untergrund und Bewuchs ein komplett anderes Habitat. Eine Abgrenzung zu den Schutzgebieten für die Moorlinse lässt darüber hinaus in dieser Richtung keine flächenmäßige Erweiterung  des Naturerfahrungsraumes zu.

Bucher Stimmen hören!

Bei der Diskussion um das Integrierte Stadtentwicklungskonzept INSEK vor ein paar Jahren, wurde von den Buchern gefordert, zwischen Moowiese und Moorlinse auf eine Bebauung zu verzichten. Dazu stehen wir weiterhin. Macht nicht alle gewachsenen Strukturen kaputt!  Erhaltet die Natur am Standort von Moorwiese, Wilder Welt und Waldkind!

Keiner der drei Entwürfe sieht geeignete Alternativflächen vor. Außerdem lassen sich die vorhandenen Rekonstruktionsbauten nicht einfach verlagern.

Für die laufende Arbeit wäre es destruktiv, wenn die MitarbeiterInnen von jetzt an 6 – 10 Jahre mit der Verteidigung der Moorwiese und der Wilden Welt beschäftigt wären, statt aus einer gesicherten Position heraus mit den Kindern pädagogisch in einer durch Pandemien und Klimawandel gezeichneten Zeit zu arbeiten und eine angstfreie Atmosphäre für  benachteiligte Kinder zu schaffen. Unsere Einrichtungen leben von der ständigen Entwicklung von neuen Ideen und Projekten und vom Wachsen der Vegetation und vom Beobachten der Tiere. In einer Atmosphäre permanenter Unsicherheit kann keine Kreativität gedeihen.

Auf dem ASP wird gehämmert und täglich Feuer gemacht. Ausgehend von den Erfahrungen der Einrichtungen ASP Inge in Karow und ASP Franz B. in Buchholz ist damit zu rechnen, dass nach Fertigstellung der Häuser des Wohngebietes die Klagewelle gegen die Arbeit auf dem Abenteuerspielplatz rollt und die Arbeit aufs Äußerste eingeschränkt wird. Aus Kinderschutzgründen sind dann zusätzlich Sichtschutzwände nicht nur für die Wald-Kita zu errichten.

Der Schock für die KollegInnen unserer Einrichtungen ist groß. Trauer macht sich breit. Die Nichtanerkennung der Leistungen der vergangenen 12 Jahre durch Planungsbüros, die sich nicht einmal zu uns begeben haben und vom grünen Tisch herab(lassend) Vorschläge machen ist frustrierend und macht uns wütend.

 

Berlin-Buch, den 16.3.2021